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Metallfaltenbalg-Gleitringdichtungen

 

Bauart N6, N9, N10, N11, N13

 

 

Allgemeines - Vorteile

Bei konventionellen O-Ring- bzw. Elastomer-Gleitringdichtungen werden, zur Erzeugung der erforderlichen Flächenpressung zwischen den Gleitflächen, Einzel- oder Gruppenfedern verwendet.

Bei Metallfaltenbalg-Gleitringdichtungen wird der erforderliche Anpressdruck durch den Metallbalg erzeugt. Hierdurch ergeben sich im Betrieb einige, nicht unwesentliche Vorteile im Vergleich zur federbelasteten Elastomer-Gleitringdichtung:

 
Kein Blockieren der Gleitringdichtung auf der Wellenschutzhülse.
Keine Wellenschutzhülse erforderlich, da kein Wellenverschleiß durch dynamische Abdichtung auf der Welle möglich ist.
Drehrichtungsunabhängig.
Leichter, problemloser Einbau, da Maße und Vorspannung durch Konstruktion vorgegeben.
Hohe Lebensdauer durch schwingungsfreie Anordnung des Balges und absolut gleichmäßigen Anpressdruck an den Gleitflächen.

 

Bei Verschleiß an den Gleitflächen muß die Feder die gesamte Gleitringdichtung, einschl. O-Ring, nachschieben, um die Dichtwirkung weiter zu gewährleisten.
Jede normale Produktleckage kann zu Ablagerungen auf der Wellenschutzhülse führen. Dies ist besonders kritisch, wenn das Produkt an der Atmosphäre auskristallisiert.
Im Extremfall blockieren die Ablagerungen den O-Ring, die Feder kann nicht mehr nachschieben, es treten starke Leckagen auf, obwohl die Gleitflächen selbst noch einwandfrei sind.
Metallfaltenbalg-Gleitringdichtungen haben keine dynamische Abdichtung auf der Welle bzw. Wellenschutzhülse. Ablagerungen am Dichtspalt beeinträchtigen die Funktion der Dichtung nicht, oder erst nach wesentlich längeren Standzeiten.
 

Ferner besteht bei den O-Ring- bzw. Elastomerdichtung die Gefahr, dass sich die dynamische Abdichtung, durch Schwingungen oder Korrosion, in die Oberfläche der Welle bzw. Wellenschutzhülse einarbeitet und dadurch die Feder ebenfalls nicht mehr nachschieben kann.

 

Grundausführung - Baureihe N6, stationärer Metallbalg

Grundausführung - Baureihe N10, rotierender Metallbalg

Grundausführung - Baureihe N11, rotierender Metallbalg

 

DICKOW-Metallfaltenbalg- Gleitringdichtungen der Baureihe N bestehen grundsätzlich aus einem doppelwandigen Metallbalg, der mit dem Klemmring und dem Gleitringträger verschweißt ist. Die Dichtungen der Baureihe N sind besonders geeignet zum Einbau in Kreiselpumpen mit fliegend auf der Pumpenwelle angeordneten Laufrädern, wie z.B. Normpumpen nach DIN EN 733/22858. Hierbei wird die rotierende Einheit über die Laufradnabe mit der Laufradmutter befestigt, während der stationäre Teil über den Klemmring fest mit dem Pumpengehäuse verspannt wird (N6, N10).

Bei der N11-Ausführung ist das Gleitringdichtungsgehäuse fest mit dem Pumpengehäuse verschraubt. Die Verbindungen "Laufradnabe - rotierende Einheit" sowie "Klemmring bzw. Gleitringdichtungsgehäuse - Pumpengehäuse", werden durch gekammerte Flachdichtungen gegen die  Atmosphäre abgedichtet.

Die rotierenden Bälge empfehlen sich vor allem bei feststoffhaltigen Produkten, da hier die Gefahr besteht, dass sich Ablagerungen in den Falten des stationären Balges festsetzen und die Dichtung blockieren.

 

Ausführung mit elastisch gelagerten SiC-Gleitringen

Aufgrund der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten von Siliziumkarbid und metallischen Werkstoffen kann SiC nur für Betriebstemperaturen bis max. 150°C in eingeschrumpftem Zustand eingesetzt werden. Bei höheren Temperaturen führen die sich bei Erwärmung ergebenden Spannungen zu Verformung des eingeschrumpften Ringes und zu unkontrollierbaren Leckagen.

Zum Einsatz bei Betriebstemperaturen > 150°C werden die SiC-Ringe am inneren Umfang auf symmetrisch angeordneten, vorgepressten Grafit-Dichtringen gelagert und am äußeren Umfang formschlüssig gegen Verdrehen gesichert.

Die vorstehend beschriebene Anordnung ist durch Gebrauchsmuster Nr. G.8323.308.3 geschützt.

Zulässige Drücke an der Gleitringdichtung

 

Es ist zu beachten, dass bei Pumpen mit Entlastungsbohrungen und Schleißringen (NCL-Typen), sowie bei Pumpen mit Rückenschaufeln (NCLo-Typen), der Dichtungsdruck wesentlich niedriger ist als der Pumpenförderdruck.

 

Fahrensweisen

 
Ausführung N6,
dead end. Plan 00
Auführung N6i,
interne Zirkulation, Plan 01
Für Produkte mit ausreichendem Abstand zum Siedepunkt. Abfuhr der an den Gleitflächen entstehenden Reibungswärme durch interne Zirkulation.
Ausführung N6iq,
Sicherheitsvorstopfbuchse

Ausführung N6ib,
beheizter Deckel

Produktseitig dead end oder Plan 01, atmosphärenseitig Sicherheitsvorstopfbuchse Produktseitig dead end oder Plan 01, Beheizung für Produkte mit hohem Schmelz- bzw. Stockpunkt
Ausführung N9,
Tandembauweise
Ausführung N11e,
externe Zirkulation, Plan 11
Produktseitig dead end oder Plan 01, atmosphärenseitig drucklose Beaufschlagung über Thermosyphonbehälter Für Produkte mit Temperaturen am Siedepunkt, externe Zirkulation von der Druckseite oder Fremdquelle

 

Gleitringpaarungen

je nach Fördermedium sind folgende Gleitringpaarungen möglich:

 
Chromguß / Kohle
Code S.A.

reine Medien, ohne Feststoffe

SiC / Kohle
Code U1 / A

reine, feststoffhaltige Medien

SiC / SiC
Code U1 / U1

Feststoffhaltige Medien

SiC / SiC
elastisch gelagert
Code U3 / U3

Betriebstemperaturen > 150°C

 

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