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Chemie-Normpumpe

Typenreihe NCL

 

 

Allgemeines

Die DICKOW-Chemienormpumpe, Type NCL, wurde für den Einsatz in der chemischen, petrochemischen und artverwandten Industrie sowie für Hochtemperatur-Heizanlagen entwickelt.

Die Abmessungen und das Leistungskennfeld entsprechen bis DN 150 EN 22858. Die größeren Nennweiten wurden den Erfordernissen der Betreiber angepasst und sind ebenfalls so abgestuft, dass bei allen Bedarfsfällen ein möglichst optimaler Wirkungsgrad erreicht wird. Die maximalen Fördermengen liegen derzeit bei ca. 700m³/h.

Aufgrund einer breiten Werkstoffpalette und der Möglichkeit des Einbaues verschiedenster Wellenabdichtungssysteme, eignen sich DICKOW-Chemienormpumpen zur Förderung fast aller Medien, die in den vorstehend genannten Industrien gefördert werden. Als Beispiele hierfür gelten Säuren, Laugen, Kohlenwasserstoffe, Wärmeträgeröle, Kältemittel, Lösungsmittel usw.. Zur Förderung von Heißwasser > 190°C stehen die Typen NHL zur Verfügung, spezielle Unterlagen hierfür können bei Bedarf angefordert werden.

Aufbau

Die DICKOW-Chemienormpumpe, Type NCL ist eine einstufige, einflutige Spiralgehäusepumpe in Prozessbauweise, mit axialem Saugstutzen und achsmittigem, senkrecht nach oben zeigendem Druckstutzen. Der komplette Lagerträger einschließlich Zwischengehäuse mit Wellenabdichtung und Laufrad, bildet eine Montageeinheit und kann nach Entfernen der Gehäuseverschraubung ohne Demontage der Rohrleitung ausgebaut werden.

Um die Vorteile der Prozessbauweise voll zu nutzen, empfiehlt sich der Einsatz von Ausbaukupplungen, da dann auch der Motor fest auf der Grundplatte verschraubt bleiben kann.

 

Spiralgehäuse

Das aus einem Teil bestehende Spiralgehäuse besitzt in der Normalausführung stabile angegossene Füße, zur Befestigung auf der Grundplatte. Die Abdichtung des Fördermediums zur Atmosphäre erfolgt durch gekammerte, asbestfreie Flachdichtungen. Je nach Anforderung des Betreibers bzw. des Fördermediums, sind neben der Normalausführung noch folgende Sonderkonstruktionen möglich:

Spiralgehäuse mit saugseitiger Heizkammer

Pumpen mit beheiztem Spiralgehäuse werden eingesetzt, wenn die Gefahr besteht, dass sich das Fördergut beim Fördern in der Pumpe unzulässig abgekühlt.

Ferner, wenn beim Stillstand der Anlage die Temperatur des Fördergutes unter den Kristallisations- bzw. Erstarrungspunkt absinken kann. Beispiele hierfür sind Dimethylterephthalat (DMT), flüssiger Schwefel usw.
Der Heizmantel ist ausgelegt für Heizmedien bis 24 bar und 220°C.

Bei beheizten Pumpen wird das Zwischengehäuse grundsätzlich mit eingeschweißtem Kühlraumdeckel ausgeführt.

Spiralgehäuse mit achsmittiger Aufhängung

Um bei der Förderung heißer Medien den durch die Wärmedehnung der Pumpengehäuse entstehenden Kupplungsversatz, sowie Wärmespannungen zu vermeiden, schreibt API 610 bei Temperaturen über 177°C achsmittige Aufhängung des Spiralgehäuses vor. Alle NCL-Typen können auf Wunsch mit achsmittiger Aufhängung ausgeführt werden.

 

Laufräder 

Die Normalausführung der DICKOW-Chemienormpumpe besitzt geschlossene Laufräder. Die Laufräder sind aus einem Stück gegossen und mittels Spaltringen und Entlastungsbohrungen hydraulisch so entlastet, dass die auftretenden Restschübe minimal sind. Alle Laufräder werden dynamisch, gemäß VDI-Richtlinie 2060, mit einer Wuchtgüte von 2,5 - 6,3 gewuchtet, so dass ein ruhiger vibrationsfreier Lauf der Pumpen gewährleistet ist.
Zur Förderung feststoffhaltiger Medien und Suspensionen steht die Type NCLo mit offenen Laufrädern zur Verfügung. NCLo-Pumpen besitzen auswechselbare Verschleißscheiben, so dass Verschleißreparaturen mit minimalem Aufwand durchgeführt werden können. Die Laufräder sind frei fliegend auf der Pumpenwelle angeordnet und werden mit Passfedern und Hutmutter befestigt. Die Hutmuttern sind mit Heli-Coil Gewindeeinsatz gesichert.

Spaltringe

Alle NCL-Pumpen sind grundsätzlich mit auswechselbaren Spaltringen im Spiralgehäuse und im Zwischengehäuse vorgesehen. Die Gehäuse sind jedoch im Bereich der Spaltringsitze so dimensioniert, dass auf Anforderung auch auswechselbare Laufringe für die Laufräder lieferbar sind. Die Laufspiele entsprechen API 610, 7.Ausgabe.

Welle

Die Pumpenwelle ist so ausgelegt, dass nur geringe Durchbiegungen auftreten und in allen Betriebsbereichen überkritisches Drehzahlverhalten gewährleistet ist.
Die Verbindungen "Hutmutter - Laufradnabe" und "Laufradnabe - Wellenschutzhülse" sind mit gekammerten, asbestfreien Flachdichtungen so ausgeführt, dass die Pumpenwelle nicht mit dem Fördermedium in Berührung kommt. Der normale Wellenwerkstoff C45 kann somit unabhängig vom Fördermedium bei allen Werkstoffausführungen eingesetzt werden.

Lagerung

Die Pumpenwelle ist in großzügig dimensionierten Wälzlagern außerhalb des Fördermediums gelagert. Die Lager sind ölgeschmiert, der Ölstand im Lagerträger wird durch selbsttätige Ölstandsregelung (Constant level oiler) stets auf  gleichem Niveau gehalten.
Die kupplungsseitige Wälzlagerung ist als Festlager mit gepaarten Schrägkugellagern in X-Anordnung ausgeführt. Pumpenseitig wird als Loslager ein Rollenlager eingesetzt.
Die rechnerische Lebensdauer der Lager beträgt auch bei ungünstigen Belastungsverhältnissen mehr als 25000 Betriebsstunden.

Lagerträger

Der Lagerträger der NCL-Pumpen ist geteilt ausgeführt. Dadurch besteht die Möglichkeit, bei aggressiven Medien die pumpenseitige Lagerträgerlaterne in korrosionsbeständigem Material auszuführen. Der in der Lagerträgerlaterne angeordnete pumpenseitige Radialdichtring ist durch einen zusätzlichen Spritzring so geschützt, dass eventuell an der Wellenabdichtung auftretende Leckagen nicht in den Lagerträger eintreten. Die Lagerträgerlaterne ist als Tropfwanne ausgebildet und mit Gewindeanschluss versehen, so dass Leckagen kontrolliert abgeleitet werden können.

Falls erforderlich, kann der Lagerträger in gekühlter Ausführung vorgesehen werden. Die konstruktive Ausführung des Kühlmantels entspricht den Vorschriften der API 610.

 
Austauschbarkeit

Um die Vorteile des feinabgestuften Kennfeldes nach DIN EN 22858 voll ausnutzen zu können, ohne durch allzu große Typenvielfalt eine unwirtschaftliche Ersatzteilhaltung bevorraten zu müssen, sind die NCL-Typen nach dem Baukastensystem aufgebaut.

So werden für die gesamte Baureihe nur vier Lagerträger- und Wellenabdichtungsgrößen benötigt, d.h. eine Vielzahl von Pumpenteilen sind gleich und untereinander austauschbar. Wie weit diese Austauschbarkeit geht, kann aus nachstehender Tabelle entnommen werden.

 

 

Einsatzbereich

Type NCLs:

bis 205°C

- 22 bar;

bis 350°C

- 18 bar

Type NCLhu:

bis 230°C

- 31 bar;

bis 350°C

- 20 bar

Type NCLh:

bis 300°C

- 25 bar;

bis 350°C

- 20 bar

 

Werkstoffe

Die nachstehend genannten Werkstoffe entsprechen der Standardausführung. Sonderwerkstoffe sind auf Wunsch möglich.

 

Pumpentype

NCLs

NCLhu

NCLh

Spiralgehäuse

GGG-40.3

GS-C 25 1.4408
Laufrad

GG-25

GG-25 1.4408
Zwischengehäuse GGG-40.3 GS-C 25 1.4408
Pumpenwelle CK45 CK45 CK45
Wellenschutzhülse 1.4571 1.4571 1.4571
Grundring GG-25 GG-25 1.4408
Hutmutter St 60 St 60 1.4571
Lagerträger GG-25 GG-25 GG-25
Lagerträgerlaterne GG-25 GG-25 GG-25

 
Wellenabdichtung

Die Stopfbuchse ist mit geteiltem Druck- und Sperring sowie mit abnehmbarer Brille ausgeführt, um ein leichteres Nachverpacken zu ermöglichen. Je nach Betriebsverhältnissen kann interne Zirkulation oder Anschluss von Fremdsperrmedium vorgesehen werden. Die Abdichtungsräume der NCL-Pumpen sind so gestaltet, dass sich neben der Stopfbuchsausführung alle handelsüblichen Gleitringdichtungen einbauen lassen. Der Umbau von Stopfbuchse auf Gleitringdichtung, sowie z.B. der nachträgliche Umbau von einfachwirkender Gleitringdichtung auf doppeltwirkende Gleitringdichtung lässt sich ohne mechanische Nacharbeit auch auf der Baustelle durchführen. Alle einfachwirkenden Gleitringdichtungen können mit Sicherheitsvorstopfbuchsen, Quenchvorlagen oder Drosselbuchsen ausgerüstet werden. Die Durchmesser der Vorzugsgrößen 33/43/53/63 entsprechen DIN 24960 sowie den VDMA-Einheitsblättern.

 
Einbaubeispiele:

 
Metallfaltenbalg-Gleitringdichtung System
DICKOW, Type N6q mit Sicherheitsvorstopfbuchse nach DIN 4754,
zur Abdichtung von Thermalölen in Hochtemperaturheizanlagen
Entlastete Gleitringdichtung nach DIN 24960,
mit atmosphärenseitiger Drosselbuchse,
zur Abdichtung von Kohlenwasserstoffen im Raffineriebetrieb

Doppeltwirkende Gleitringdichtung in Tandemanordnung, System DICKOW N9

Einfachwirkende Gleitringdichtung, System
DICKOW N10, mit beheiztem Deckel, zur
Abdichtung von Dimenthylterephthalat (DMT) in der chemischen Industrie

 

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